Risikomanagement bei der Kapitalanlage

Wer bei einer Geldanlage einen guten Ertrag erzielen möchte, kommt meistens nicht umher, in dem Zusammenhang ein Risiko zu akzeptieren.

Das gilt insbesondere für Anlageformen, bei denen die gesetzliche Einlagensicherung nicht greift und / oder eine gute Rendite zu erzielen ist. Beispiel sind Aktien, Fonds oder auch Anleihen. Im Zusammenhang mit der Kapitalanlage spielt das sogenannte Risiko-Management eine größere Rolle.

Was ist das Risikomanagement?

Beim Risikomanagement geht es in erster Linie darum, mittels geeigneter Maßnahmen das Gesamtrisiko einer Kapitalanlage zu reduzieren oder im optimalen Fall komplett auszuschalten. Risikomanagement ist nur bei solchen Anlageformen notwendig, bei denen überhaupt mindestens eines der folgenden vier Risiken existiert:

  • Kursrisiko
  • Ertragsrisiko
  • Währungsrisiko
  • Emittentenrisiko

Welche Maßnahmen innerhalb des Risikomanagements praktikabel sind, hängt insbesondere von der Art des Risikos ab. Ein klassisches Beispiel wäre die Wahl eines Festgeldes, denn dadurch lässt sich das Emittentenrisiko ausschalten, weil die Guthaben bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind. 

Welche Maßnahmen zählen zum Risikomanagement?

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die innerhalb des Risikomanagements bei der Kapitalanlage dazu beitragen können, das Gesamtrisiko Ihres Portfolios zu reduzieren. Dazu zählen in der Übersicht insbesondere die folgenden Aktivitäten und Strategien:

  • Diversifikation
  • Kontinuierliche Überwachung des Portfolios
  • Stop-Loss Orders bei Wertpapieren
  • Automatische Handelssysteme

Eine der wichtigsten Methoden, mittels derer Sie nahezu unabhängig von der gewählten Kapitalanlage das Gesamtrisiko für Ihr Portfolio reduzieren können, ist die Diversifikation.

Diversifikation: Risikostreuung durch Verteilen des Kapitals

Mit der Diversifikation ist gemeint, dass Sie Ihr für Anlagezwecke zur Verfügung stehendes Kapital auf mehrere Finanzprodukte verteilen. In dem Zusammenhang gibt es zum einen die vertikale und zum anderen die horizontale Diversifikation, die ganz besonders gut zur Risikostreuung geeignet ist. Bei dieser horizontalen Diversifikation verteilen Sie Ihre Anlagesumme zum Beispiel auf fünf unterschiedliche Finanzprodukte, die bestenfalls aus mehreren, unterschiedlichen Risikoklassen stammen. Eine solch horizontale Diversifikation könnte wie folgt aussehen:

Gesamtkapital: 100.000 €

  • Festgeld: 20.000 €
  • Immobilienfonds: 20.000 €
  • Aktien: 20.000 €
  • Anleihen: 20.000 €
  • Crowdinvesting: 20.000 €

Innerhalb der einzelnen Kategorien können Sie natürlich noch eine weitere Verteilung des Kapitals vornehmen, indem Sie beispielsweise nicht einen Aktienwert für insgesamt 20.000 Euro erwerben, sondern stattdessen in vier unterschiedliche Aktientitel jeweils 5.000 Euro Geld investieren. Diversifikation ist deshalb ein wichtiger Teil des Risikomanagements, weil dadurch einzelne Anlagen keine zu hohe Gewichtung innerhalb Ihres Portfolios haben und sich deswegen Kursverluste nicht so deutlich auswirken, als wenn Sie nur in ein Anlageprodukt investiert hätten.

Kontinuierliche Überwachung Ihres Portfolios 

Ebenfalls ein wichtiger Teil des Risikomanagements besteht darin, dass Sie Ihre Bestände kontinuierlich überwachen. Dies gilt insbesondere für Wertpapiere, deren Kurse sich fortlaufend verändern. Das wiederum trifft vor allem auf Aktien, Investmentfonds und in Teilen ebenfalls auf Anleihen zu. Wichtig ist allerdings nicht nur die Beobachtung, sondern dass Sie rechtzeitig tätig werden, falls es Handlungsbedarf gibt. Dies gilt insbesondere für Aktienpositionen, bei denen vor allem die folgenden drei Optionen zur Verfügung stehen:

  • Halten
  • Kaufen
  • Verkaufen

Durch die stetige Überwachung und das rechtzeitige Reagieren können Sie zum Beispiel frühzeitig erkennen, wenn eine Aktie im Kurs immer weiter fällt und die Position rechtzeitig veräußern, um auf diese Weise größere Verluste zu verhindern.

Stop-Loss Order als praktikables Instrument zur Verlustreduzierung

Risiken lassen sich natürlich nicht bei jeder Geldanlage vollständig vermeiden, denn beispielsweise Aktien haben nun mal stets ein gewisses Kursrisiko. Sie können allerdings im Rahmen des Risikomanagements durchaus etwas dafür tun, dass eventuelle Verluste nicht besonders hoch ausfallen oder sogar gänzlich verhindert werden. Ein sehr praktikables Instrument ist in dem Zusammenhang die sogenannte Stop-Loss Order, die vor allem beim Handel an der Börse eingesetzt wird. 

Mit dieser Order haben Sie die Möglichkeit, der Bank oder dem Broker den Auftrag zu erteilen, dass eine Bestandsposition aus Ihrem Depot automatisch verkauft wird, wenn an der Börse ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Welcher Kurs das ist, legen Sie selbst fest. Angenommen, Sie haben vor einiger Zeit Telekom-Aktien zu einem Kurs von 12 Euro erworben. Der aktuelle Kurs beläuft sich auf 15 Euro und Sie möchten, dass Sie zumindest mit den Wertpapieren keine Verluste erleiden. In dem Fall würden Sie einfach eine Stop-Loss Order mit der Marke 12 Euro erteilen. Das hätte zur Konsequenz, dass die Bank automatisch einen Verkauf durchführt, wenn der Kurs bis auf 12 Euro fällt. Dann hätten Sie zwar keinen Gewinn erzielt, allerdings auch Verluste verhindert. 

Zusammengefasst gibt es also im Rahmen des Risikomanagements einige Strategien, Methoden und Maßnahmen, die in der Summe einen großen Teil dazu beitragen können, Verluste zu verringern, zu verhindern oder zumindest in einer selbst definierten Grenzen zu halten.

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