Diversifikation - Kapital beim Investieren verteilen

Viele Anleger haben das Problem, dass sie zwar einerseits sehr sicher, andererseits aber auch mit einer guten Rendite Geld investieren möchten.

In der Praxis funktioniert das allerdings äußerst selten. Sicherheit und hohe Rendite stehen sich nämlich gegenüber. Daher ist eine probate Methode, das Kapital zu diversifizieren.

Was bedeutet Diversifikation?

Mit dem Fachbegriff Diversifikation ist im Finanzbereich gemeint, dass vorhandenes Kapital auf mehrere Anlageformen und Finanzprodukte aufgeteilt wird. Der wesentliche Sinn und Zweck besteht darin, auf diese Weise ein geringeres Risiko für das Gesamtportfolio zu haben und ferner als gewünschten Nebeneffekt eine bessere Durchschnittsrendite zu erzielen. Der Hauptgrund für die Diversifikation ist allerdings für die meisten Anleger tatsächlich die Risikostreuung, die sie mit dem Verteilen des Kapitals erreichen.

Was ist die horizontale und was die vertikale Diversifikation? 

Bei der Diversifikation geht es also immer darum, dass Sie Ihr vorhandenes Kapital auf mehrere Finanzprodukte verteilen. Es wird in der Praxis zunehmend zwischen der horizontalen und der vertikalen Diversifikation unterschieden. Was ist damit gemeint? Grundsätzlich haben Sie natürlich zahlreiche Möglichkeiten, mit welchem Anteil und in welche Finanzprodukte Sie Ihr Kapital aufteilen. 

Die horizontale Diversifikation meint vor allem, dass Sie Ihr Geld in Anlageprodukte unterschiedlicher Art und möglichst unterschiedlicher Risikoklassen aufteilen. Aus dem Grund wird die horizontale Diversifikation meistens als noch effektiver als die vertikale Diversifikation angesehen. Eine solche horizontale Verteilung Ihres Kapitals könnte beispielsweise in die folgenden Anlageprodukte vorgenommen werden:

Sie sehen an diesem Beispiel bereits, dass es sich um eine relativ bunte Mischung ganz unterschiedlicher Finanzprodukte handelt, die zudem aus unterschiedlichen Risikoklassen stammen. Im Gegensatz dazu meint die vertikale Diversifikation, dass Sie Ihr Kapital zwar auch auf verschiedenen Finanzprodukte aufteilen. In diesem Fall handelt es sich jedoch um Produkte aus der selben Risikoklassen und oftmals aus der gleichen Sparte. 

Eine vertikale Diversifikation könnte demzufolge so aussehen, dass Sie Ihr Kapital von beispielsweise 50.000 Euro auf zehn unterschiedliche Aktientitel streuen. Somit hätten Sie zwar eine Diversifikation vorgenommen, sind allerdings stets in der gleichen Risiko- und Anlageklasse verblieben. Würde nun der gesamte Aktienmarkt einbrechen, wäre die Risikostreuung demnach deutlich weniger effektiv, als wenn Sie sich für die horizontale Diversifikation entschieden hätten.

Risikostreuung und -reduzierung als Hauptziel der Diversifikation

Wie wir eingangs bereits erwähnt haben, ist es vor allem die Streuung des Anlagenrisikos, die als Hauptgrund für eine Diversifikation gilt. Wie aber funktioniert das? Sehr gut verdeutlichen lässt sich der Mechanismus an der zuvor erläuterten horizontalen Diversifikation. Nehmen wir dazu an, dass Sie insgesamt 50.000 Euro Geld investieren möchten. Da Sie eine möglichst gute Rendite erwirtschaften möchten, gleichzeitig Ihr Kapital jedoch mit einer gewissen Sicherheit investieren wollen, entscheiden Sie sich im ersten Fall dafür, die 50.000 Euro auf zwei oder drei unterschiedliche Aktienwerte zu verteilen. 

Der alternative Weg würde darin bestehen, eine horizontale Diversifikation vorzunehmen, indem Sie zum Beispiel jeweils 10.000 Euro auf ein Festgeldkonto, Bundesanleihen, Rentenfonds, Immobilienfonds und ebenfalls Aktien verteilen. Kommt es nun zu einem Zusammenbruch an der Börse, wären Sie im ersten Fall mit Ihrem Portfolio davon voll betroffen. Beträgt der Verlust der Aktien im Schnitt 30 Prozent, würden Sie mit Ihrem gesamten Portfolios ebenfalls einen Verlust von 30 Prozent erleiden. 

Anders sähe es hingegen bei der horizontalen Diversifizierung aus. In dem Fall bestehen nur 20 Prozent Ihres gesamten Portfolios aus Aktien, sodass Sie das Risiko demzufolge deutlich reduziert haben. Diese Aktien würden ebenfalls einen Verlust von 30 Prozent erleiden, der sich auf Ihr Gesamtportfolio aufgrund des deutlich geringeren Aktienanteils jedoch nur im Bereich von etwa sechs Prozent als Verlust negativ auswirkt. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie effektiv das Verteilen des Kapitals auf mehrere Anlageformen und die damit verbundene Risikostreuung durch die Diversifizierung ist.

Optimierte Rendite als wünschenswerter Nebeneffekt 

Neben der Reduzierung des Gesamtrisikos gibt es noch einen weiteren Effekt, den Sie häufig durch eine Diversifikation erreichen können. Dieser besteht darin, dass die Gesamtrendite optimiert wird. Dies trifft insbesondere auf Anleger zu, die ohne Diversifikation tendenziell sehr sicher investieren, sich damit aber gleichzeitig für Produkte mit einer relativ geringen Rendite entscheiden. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn Sie Ihr gesamtes Kapital auf die folgenden Anlageformen verteilen:

In dem Fall würden Sie vielleicht insgesamt nur eine durchschnittliche Jahresrendite von 0,8 Prozent erzielen. Würden Sie nun stattdessen eine Diversifikation vornehmen und 50 Prozent Ihres Kapitals weiterhin in die genannten Anlageformen, die anderen 50 Prozent jedoch in renditestärkere Achsen investieren, würde Ihre durchschnittliche Gesamtrendite vielleicht nicht mehr bei lediglich 0,8 Prozent, sondern insgesamt bei 2,5 Prozent liegen. 

Trotzdem hätten Sie nach wie vor eine relativ hohe Sicherheit, nämlich durch den Anteil an sicheren Anlageformen. Auf diese Weise lässt sich im Grunde durch die Diversifikation ab einer bestimmten Anlagesumme jede erdenkliche Portfolio-Konstruktion durchführen. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie einen gewissen Anlagebetrag haben müssen. Natürlich ist eine Diversifikation bei einem Anlagevolumen von beispielsweise 1.000 Euro weder besonders lohnenswert noch praktikabel.

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