Derivate: Spekulative Finanzinstrumente in der Risikoklasse V

Die meisten Akteure am Finanzmarkt legen im Durchschnitt ihr Geld mittel- bis langfristig an. Es gibt allerdings ebenso eine Reihe von Spekulanten, die ein anderes Ziel verfolgen.

Sie möchten entweder andere Positionen absichern oder in kurzer Zeit möglichst hohe Gewinne erzielen. Zu diesem Zweck werden häufig die sogenannten Derivate eingesetzt.

Worum handelt es sich bei Derivaten?

Der Name Derivate meint abgeleitete Finanzprodukte. Das wiederum bedeutet, dass Derivate im Prinzip keinen eigenen Wert besitzen, sondern ihren Preis ausschließlich daraus beziehen, dass sie sich wiederum auf einen anderen Finanzwert beziehen, insbesondere:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Devisen

Mit Derivaten können Sie im engeren Sinne kein Geld investieren, sondern Sie spekulieren auf steigende oder fallende Kurse eines festgelegten Basiswertes. Dabei handelt es sich oft um Aktien, Rohstoffe oder Indizes. 

Video: Was sind Derivate? Einfach erklärt!

Welche Arten von Derivaten gibt es?

Derivate ist ein Oberbegriff, unter dem mehrere Arten von Finanzprodukten zusammengefasst werden. Insbesondere die folgenden Finanzinstrumente fallen in die Gruppe der Derivate, da es sich um abgeleitete Produkte handelt:

  • Optionen
  • Futures
  • Optionsscheine
  • Swaps
  • CFDs

Kennzeichend für all diese Finanzprodukte ist, dass sie sich einerseits auf einen Basiswert beziehen und zum anderen oft mit einem Hebel arbeiten. Worum handelt es sich dabei?

Die Bedeutung des Hebels bei Derivaten

Der Hebel ist ein wesentliches Merkmal der Derivate, denn er ist dafür verantwortlich, dass in kurzer Zeit überproportional hohe Gewinne realisiert werden können. Auf der anderen Seite bedeutet der Hebel jedoch ebenso ein höheres Risiko, denn Verluste fallen ebenfalls überproportional hoch aus. Sie können sich den Hebel im Prinzip wie einen Kredit seitens des Brokers oder der Bank vorstellen, über welche die Derivate gehandelt werden oder von denen die entsprechenden Finanzprodukte emittiert worden sind. Nehmen wir dazu einen CFD (Contract For Difference) als Beispiel: 

Angenommen, Sie möchten auf einen steigenden DAX-Index spekulieren und entscheiden sich daher für einen sogenannten DAX-CFD. In dem Fall stellt Ihnen der Broker einen Hebel von beispielsweise 20:1 zur Verfügung. Das bedeutet, Sie müssen lediglich 100 Euro eigenes Kapital einsetzen, können dafür jedoch einen Gegenwert von 2.000 Euro handeln. Würde der DAX-Index nun tatsächlich beim beispielsweise fünf Prozent ansteigen, würden Sie bezogen auf Ihren eigenen Kapitaleinsatz aufgrund des Hebels von 20:1 einen Gewinn von 100 Prozent erzielen. 

Sie hätten Ihr eingesetztes Kapital also verdoppelt. Es kann allerdings genauso in die andere Richtung gehen. Fällt der DAX nämlich, würden Sie bei einem Indexverlust von beispielsweise drei Prozent bezogen auf Ihren Kapitaleinsatz 60 Prozent verlieren. Die große Gefahr besteht im Totalverlust, denn ab einer bestimmten Schwelle ist der Broker dazu verpflichtet, die Position automatisch zu schließen.

Derivate meistens zur Spekulation genutzt

In den meisten Fällen werden Derivate genutzt, um auf steigende oder fallende Kurse mit einem geringem Kapitaleinsatz und Chancen auf überproportionale Gewinne zu spekulieren. Dies geschieht mit Optionen oder Futures genauso wie mit CFDs, Optionsscheinen und anderen Derivaten. Es geht also vorrangig darum, mit möglichst geringem Eigenkapital von den positiven Entwicklungen der jeweiligen Basiswerte zu profitieren. 

Derivate manchmal ebenso zur Absicherung genutzt 

Neben der reinen Spekulation dienen Derivate insbesondere institutionellen Anlegern oder erfahrenen Tradern häufiger ebenso zur Absicherung von Bestandspositionen. In dem Fall sichern Sie Ihre Position gegen Verluste ab bzw. erreichen durch die Derivate zumindest, dass Ihr Verlust geringer ausfällt. Angenommen, Sie haben bereits mehrere Telekom-Aktien im Depot und erwarten naturgemäß steigende Kurse. Möchten Sie sich allerdings gegen eventuelle Kursverluste absichern, würden Sie in dem Fall zum Beispiel eine Option mit dem Basiswert Telekom-Aktie erwerben. 

Bei dieser Verkaufsoption würden Sie einen Gewinn erzielen, wenn der Kurs der Telekom-Aktien fällt. Sie könnten damit im besten Fall sogar die Kursverluste ausgleichen, die Ihnen bei Ihrer Aktienposition aufgrund der gefallenen Kurse entstanden sind. Auf diese Weise lassen sich Derivate durchaus praktikabel nutzen, um Bestandspositionen gegen höhere Verluste abzusichern. 

Derivate erfordern umfangreiche Kenntnisse 

Derivate sind keinesfalls Finanzprodukte, die Anfängern oder unerfahrenen Akteuren an den Finanzmärkten zu empfehlen sind. Gerade bei Futures und Optionen gibt es zahlreiche Kennzahlen, die sich auf den Preis und weitere Details des entsprechenden Finanzproduktes auswirken. Es ist also nicht einfach, zum Beispiel mehrere Futures miteinander zu vergleichen, wenn Sie nicht zumindest einige dieser Kennzahlen interpretieren können. 

Die einfachsten Derivate sind momentan die CFDs, denn dort gibt es keine Kennzahlen zu beachten. Sie spekulierten entweder auf fallende oder steigende Kurse des Basiswertes, wobei CFDs den Wert in der Regel 1:1 widerspiegelt. Trotzdem haben Sie auch hier aufgrund des Hebels die Möglichkeit, überproportional hohe Gewinne zu erzielen, gehen allerdings ebenfalls das entsprechende Verlustrisiko ein. Daher werden natürlich auch CFDs der Risikoklasse V zugeordnet.

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