Zertifikate - auf Preisentwicklung von Basiswerten setzen

Zu den weiteren Finanzprodukten, die entweder in die Risikoklasse IV oder teilweise sogar in die höchste Anlageklasse fallen, zählen sogenannte Zertifikate.

Diese dürfen Sie nicht mit Sparzertifikaten zum Geld investieren verwechseln, die von manchen Banken, insbesondere von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, angeboten werden. Stattdessen handelt es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen, die sich stets auf einen bestimmten Basiswert beziehen. Etwas tricky für Anleger und Trader ist, dass es eine Reihe ganz unterschiedlicher Zertifikate mit teilweise abweichenden Bedingungen und Konstruktionen am Markt gibt.

Wie funktionieren Zertifikate?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen handelt. Das bedeutet nämlich, dass es stets ein Emittentenrisiko gibt. Wird der Emittent, beispielsweise eine Bank oder ein sonstiges Unternehmen, insolvent, kann das für Anleger zu einem Totalausfall führen. Bestes bzw. schlechtestes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, durch die auch zahlreiche deutsche Anleger ihr Geld verloren haben, die in Zertifikate des Kreditinstitutes investiert hatten. 

Die Funktionsweise der Zertifikate ist zwar grundsätzlich recht einfach verständlich, aber aufgrund unterschiedlicher Strukturen können dennoch einige Zertifikate für Anleger sehr intransparent wirken. Zur Grundfunktion gehört, dass sich ein Zertifikat stets auf einen bestimmten Basiswert bezieht. Dabei handelt es sich in erster Linie um:

  • Indizes
  • Aktien
  • Devisen
  • Rohstoffe, zum Beispiel Edelmetalle

Sehr weit verbreitet sind insbesondere Aktien- und Indexzertifikate. In diesem Fall spekulieren Anleger beim Kauf der Zertifikate darauf, dass ein bestimmter Basiswert im Kurs steigt oder fällt, wie zum Beispiel die Aktien der Deutschen Telekom. Manche Zertifikate sind mit einem sogenannten Hebel ausgestattet. Das bedeutet, dass sowohl Preissteigerungen also Preisrückgänge beim Zertifikat überproportional zu der Kursveränderung des Basiswertes sind. Steigt also beispielsweise der Kurs der Aktie als Basiswert um 2 %, kann dies beim Zertifikat mit einem Hebel von beispielsweise 2:1 dazu führen, dass der Preis um 4 % steigt. Genauso wirken sich allerdings Rückgänge ebenfalls negativ überproportional aus. 

Video: Zertifikate einfach erklärt!

Unterschiedliche Zertifikate am Markt

Die Schwierigkeit besteht bei Zertifikaten vor allem darin, dass es von der Konstruktion her sehr unterschiedliche Varianten am Markt gibt. Dies wiederum führt allerdings dazu, dass es bei manchen Zertifikate-Arten ein relativ geringes Risiko gibt, während bei anderen Zertifikate-Typen für den Anleger ein relativ hohes Risiko existiert. Auf der einen Seite werden beispielsweise sogenannte Garantiezertifikate angeboten. Diese beinhalten eine Kapitalgarantie von meistens zwischen 80 bis 90 Prozent, sodass es sich für den Kunden - bis auf das übliche Emittentenrisiko - um ein vergleichsweise risikoarmes Investment handelt. Demgegenüber gibt es allerdings auch sogenannte Knock-out Zertifikate. In diesem Fall verliert der Inhaber der Zertifikate seinen gesamten Kapitaleinsatz, wenn zum Beispiel ein bestimmter Kurs X beim Basiswert unterschritten wird. 

Unter anderem werden momentan am Markt die folgenden Zertifikate-Arten angeboten:

  • Garantiezertifikate
  • Hebelzertifikate
  • Basket-Zertifikate
  • Knock-out Zertifikate
  • Endloszertifikate
  • Bandbreiten-Zertifikate

Diese kleine Auswahl zeigt bereits, wie viele unterschiedliche Typen es am Markt gibt.

In welche Risikoklasse fallen Zertifikate?

Abhängig vom Typ fallen die meisten Zertifikate-Arten in die Risikoklasse IV. Das ist vor allem damit begründet, dass es zum einen stets ein nicht unerhebliches Emittentenrisiko gibt. Zum anderen besteht bei den meisten Zertifikaten ein hohes Risiko, da der Kurs des Basiswertes natürlich jederzeit fallen kann. Nur wenige Varianten haben eine gewisse Sicherheit, wie zum Beispiel Garantiezertifikate. Dennoch werden diese aufgrund des Emittentenrisikos und des zumindest nicht völlig ausgeschlossen Kursrisikos in der Regel ebenfalls in die Risikoklasse IV eingruppiert.

Manche Zertifikate-Typen sind hingegen hochspekulativ, insbesondere die sogenannten Knock-out Zertifikate. Dort verliert der Anleger sein komplettes, eingesetztes Kapital, nämlich unter der Voraussetzung, dass der Kurs des Basiswertes einen im Zertifikat festgelegten Schwellenwert unterschreitet. Dann findet der sogenannte Knock-out statt, sodass die Zertifikate wertlos ist.

Für wen sind Zertifikate geeignet?

Da es sich bei Zertifikaten um spekulative oder sogar hochspekulative Anlageprodukte handelt, sind diese für risikofreudige Anleger und Trader geeignet. Insbesondere bei Hebelzertifikaten besteht immerhin die Möglichkeit, in kurzer Zeit durch den Hebel vergleichsweise hohe Gewinne zu erzielen. Darüber hinaus favorisieren manche Anleger Zertifikate vor allem deshalb, weil mit relativ geringen Kapitaleinsätzen auf Basiswerte wie Aktien oder Indizes spekuliert werden kann, die ansonsten vielleicht mehrere Hundert oder sogar über 1.000 Euro (Aktien) Kurswert haben und somit beim Kauf einen höheren Betrag erfordern würden.

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