Risikoklasse III: Meistens Aktien und Fonds

Bekanntlich sind die fünf Risikoklassen aufsteigend danach geordnet, wie hoch das jeweilige Risiko einer Anlageform ist.

Während Sie in Risikoklasse I und in der überwiegenden Mehrheit auch in der Risikoklasse II fast ausschließlich Anlageprodukte finden, die ein sehr geringes Risiko haben, stellt sich die Situation in der Risikoklasse III bereits etwas anders dar. Dort müssen Sie zumindest einkalkulieren, dass bei dem Investment auch Kapitalverluste entstehen können. Wie hoch diese allerdings ausfallen können, ist wiederum von der jeweils speziellen Anlageform abhängig.

Wie ist die Risikoklasse III definiert?

Einheitliche Definitionen für die jeweiligen Risikoklassen gibt es zwar nicht, aber dennoch ist natürlich bekannt, wie das Risiko ungefähr für diejenigen Anlageprodukte ist, die sich zum Beispiel in der Risikoklasse III befinden. Allgemein können Sie davon ausgehen, dass das Risiko der Produkte in dieser Anlageklasse III mittelmäßig ist. Zwar lässt sich dies schlecht den Prozenten ausdrücken, aber durchschnittlich betrachtet kann sich das Anlagerisiko auf 20 bis 40 Prozent belaufen. Allerdings ist es von mehreren Faktoren abhängig, wie hoch eventuelle Verluste dann tatsächlich ausfallen können.

Welche Anlageformen fallen in die Risikoklasse III?

In die Risikoklasse III fallen insbesondere zwei Anlageformen, nämlich zum einen Aktien und zum anderen Fonds. Aber auch manche Rentenpapiere zählen zu dieser Risikogruppe, sodass man allgemein sagen kann, dass vor allem Wertpapiere in die Risikoklasse III fallen. Typische Beispiele sind vor allem:

An dieser beispielhaften Auflistung lässt sich allerdings ein gewisses Problem erkennen, das mit der Risikoklasse III verbunden ist. Worin besteht diese Schwierigkeit?

Differenzieren zwischen den Wertpapieren ist von großer Bedeutung

Das Problem besteht bei der Risikoklasse III darin, dass die genannten Anlageformen sich teilweise ebenso auf andere Risikoklassen verteilen. Das gilt sowohl für Aktien als auch für Investmentfonds und Anleihen. Nehmen wir beispielsweise Rentenpapiere. Diese haben Sie bereits in Risikoklasse I vorgefunden, wie zum Beispiel Bundesanleihen. In der Risikoklasse II finden Sie ebenfalls Rentenpapiere, nämlich Anleihen mit gutem Rating, aber auch in den Risikoklassen IV und V in Form der sogenannten Junk Bonds. Anleihen verteilen sich daher auf nahezu alle Risikoklassen, sodass es nicht immer einfach ist, diejenigen Rentenpapiere zu finden, die in die Rubrik der Anlageklasse III fallen.

An dieser Stelle ist demnach etwas Recherche und Fachwissen notwendig, damit Sie die Information haben, ob nun die Aktie A in die Risikoklasse III, IV oder V fällt. Aus dem Grund haben wir bei der Definition der Risikoklassen auch jeweils in Klammern gesetzt, um welche Art von Aktien, Investmentfonds oder Anleihen es sich handelt. So werden der Risikoklasse III beispielsweise im Bereich Aktien keine Nebenwerte, schon gar nicht aus dem Ausland, zugeordnet. 

Stattdessen handelt es sich ausschließlich um Standardwerte, die in erster Linie aus Deutschland oder insgesamt aus dem europäischen Bereich stammen. Ein ausländischer Nebenwert hingegen würde mit einem deutlich höheren Risiko behaftet sein, sodass diese Aktien entweder in die Risikoklasse IV (meistens) oder zum Teil sogar in die höchste Risikoklasse V einzuordnen wären.

Noch etwas schwieriger ist die Aufteilung bei Investmentfonds, denn dort kommt es nicht nur auf die Fondsart an, sondern darüber hinaus, in welche Basiswerte die jeweilige Fondsgesellschaft das Kapital der Anleger investiert. So kann es durchaus passieren, dass der eine Aktienfonds eher der Risikoklasse III zuzuordnen ist, während der andere Aktienfonds hingegen in die Anlageklasse IV fällt. Eine gute Hilfe kann in dem Fall das Rating sein, zumindest bei Anleihen und Aktien. Auf Grundlage der Bewertung können Sie ungefähr einschätzen, wie hoch das Risiko ist und dementsprechend, welcher Risikoklasse die jeweiligen Wertpapiere zuzuordnen sind.

Für wen sind Anlageformen der Risikoklasse III geeignet?

Wie bei jeder Assetklasse, so gibt es auch bei der Risikoklasse III bestimmte Anlegertypen, für die entsprechende Anlageprodukte aus dieser Anlageklasse sehr gut geeignet sind. Anlageformen aus der Risikoklasse III eignen sich vor allem für Investoren, die eine gute Mischung aus Sicherheit und Ertrag haben möchten. Die entsprechenden Produkte sind weder sehr sicher noch weisen sie eine überdurchschnittliche Rendite auf. 

Aus dem Grund eignen sich beispielsweise Aktien oder auch Fonds aus der Risikoklasse III bestens zum Aufbau oder zur Erweiterung eines Portfolios. Als Anleger sollten Sie also weder besonders chancen- noch sicherheitsorientiert sein, sondern die wesentliche Eigenschaft für die Produkte aus der Risikoklasse III wird häufig mit „ertragsorientiert“ beschrieben.

Aktien (Standardwerte)

Bei Aktien fallen insbesondere die Haupt- bzw. Standardwerte in die Risikoklasse III, da große Unternehmen vergleichsweise stabil sind.

Aktien (Standardwerte)

Aktienfonds (mit Standardwerten)

Aktienfonds können in mehrere Risikoklassen fallen, sodass Anleger diesbezüglich eine gute Auswahl treffen müssen.

Aktienfonds (mit Standardwerten)

Rentenfonds (international)

Rentenfonds zählen zu den Finanzprodukten, die oft in die Risikoklasse III eingruppiert werden, wenn es sich um internationale Anleihen handelt.

Rentenfonds (international)

Mischfonds

Mischfonds sind vor allem für Anleger und Sparer eine Alternative, die sowohl in Aktien als auch Renten über Fonds Geld investieren möchten.

Mischfonds

Anleihen (mit mittlerem Rating)

Anleihen mit mittleren Rating werden häufig in die Risikoklasse III eingeordnet, da die Bonität des Emittenten nicht hervorragend ist.

Anleihen (mit mittlerem Rating)